Unsere Rolle(n) spielen

Jeder von uns wurde „in diese Welt geworfen“. 

Niemand hatte ein Mitspracherecht hinsichtlich des Ortes und des Zeitpunkts seiner Geburt, noch des ethnischen und soziokulturellen Hintergrunds seiner Eltern. Wir müssen damit leben und das Beste daraus machen….

Dennoch haben wir alle die Fähigkeit, uns von uns selbst zu distanzieren, und das Bewusstsein unserer Identitäten und den damit verbundenen Rollen und (Un-)Möglichkeiten zu entwickeln. 

Auch wenn Selbstdistanzierung, durch unsere individuellen Ausgangspunkte, für den Einen sicherlich schwieriger ist als für den Anderen.

Kierkegaard sagt, dass das Leben vorwärts gelebt, aber rückwärts verstanden wird. Das ist natürlich richtig, bedeutet aber nicht, dass das Leben nur improvisiert gelebt werden kann.

Oft setzen wir uns Zielen ist, um dem Leben und den verschiedenen Rollen, die wir darin spielen (wollen), eine Richtung zu geben. Die Lebenserfahrung lehrt uns jedoch, dass es einen Zeitpunkt gibt, an dem wir unsere Rollenerfüllung in Betracht ziehen, sie bewerten und uns fragen, ob die Summe unserer Ziele zu der Rolle geführt hat, die wir im Leben spielen wollten.

Als Eltern sehen wir schließlich, was aus unseren Kindern geworden ist und welche Bindungen sie zueinander haben; als Einwanderer betrachtet man seinen Integrationsprozess; als Erwachsene kann man sehen, was für ein Schüler man gewesen sind; als Rentner bewerten man seine Rolle als Kollege oder Führungskraft.

Aus diesen Gründen konzentrieren wir uns in der Logotherapie & Existenzanalyse stark auf Werte und weniger auf Ziele. Dies beruht auf dem Ausgangspunkt, dass wesentliche Ziele ihren Ursprung in unseren (oft unbewussten) Werten haben.

Je mehr wir uns dessen bewusst sind, was für uns wesentlich ist, unserer Werte, desto besser können wir unser Leben und die Rollen, die wir darin spielen wollen, (vorwärts) gestalten so dass wir (rückwärts) feststellen können, dass wir sie zumindest bewusst gespielt haben. 

Auf diese Weise hoffe ich als Logotherapeut eine bewusste und verantwortungsvolle Lebensweise zu unterstützen.Bitte kontaktiere mich, wenn Du die Besetzung Deiner Rollen besprechen möchtest.

Ein neuer Porsche (…) hat noch nie zu einem sinnvollen Leben beigetragen

Der Wunsch nach einem glücklichen und sinnvollen Leben birgt die Gefahr, dass wir im Glücklichsein einen Sinn suchen.

Hm?

Was ist denn der Unterschied zwischen Glück und Sinn?

Dass Glück nicht käuflich ist, mag eine offene Tür sein. Viele Käufe sind jedoch von dem Wunsch beseelt, sich einen Moment lang glücklich zu fühlen. Das schöne Kleid, die coole Uhr, das Eis … was auch immer.

In einer Zeit, in der jeder seines eigenen Glückes Schmied ist und wir ständig unsere Existenz zur Schau stellen, geraten wir schnell in den Wettlauf „Wer ist hier denn am glücklichsten“? 

Egal, wie sehr wir es uns wünschen, Glück lässt sich nicht planen. Vielmehr ist sie ein Nebenprodukt der Momente, in denen wir wirklich in etwas vertieft sind.

Wenn wir uns zu viel wünschen, können wir nicht finden, was wir wirklich brauchen.

Während Glück sich mehr auf das eigene Ich, auf Bekommen und Haben konzentriert, ist Sinn auf Geben, auf die Beziehung zu etwas, zu anderen und zum anderen ausgerichtet. 

Sinn entsteht nicht, wenn wir bekommen, was wir wollen, sondern wenn wir unsere Werte leben und auf der Grundlage relevante Ziele verwirklichen. Sinn entsteht nicht in uns, sondern zwischen uns und etwas oder jemand anderem.

Victor Frankl sieht Sinn als etwas Objektives. Sinn entsteht, wenn wir auf der Grundlage unserer Werte eine Veränderung in der Welt bewirken. Ganz gleich, wie klein oder groß sie sein mag.

In der Logotherapie und Existenzanalyse arbeiten wir mit Deinen Werten, um aus Deinem wahren Wesen heraus zu funktionieren und das tun zu können, was Dich letztlich glücklich macht.